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Feriengolfer im Anmarsch


Der Sommer 2014 hat bisher nicht wirklich viel Anlass zu ausgelassenem Sommerferien-Verhalten gegeben. Leider. Wenn er dann aber mal ganz kurz da gewesen ist, der Sommer, hat er eine geballte Ladung Feriengolfer auf die Golfanlagen gespült. Erstaunlich, wie viele gut situierte Menschen hierzulande offensichtlich eine Golfanlage nicht von einer Badi oder einem Strand unterscheiden können – dabei sollten die Eintrittspreise (sprich Mitgliedschaftstarife) doch Unterscheidungsmerkmal genug sein. Aber eben … wenn man als passionierter Hobbygolfer traditioneller Prägung genau in dieser «Feriengolfer-Brandung» gestanden hat und seine wöchentliche Trainingseinheit absolvieren wollte, konnte man bloss staunen – und sich daran erinnern, dass dieser Sport jeden auch Demut und Contenance lehrt. Den traditionsbewussten Golfer wohl noch etwas mehr als den unbekümmert-fröhlichen Feriengolfer…
Was neulich auf der Driving Range einer modernern Schweizer Golfanlage mit überwältigendem Ausblick und erstklassiger Küche geherrscht hat, darf durchaus als Sommerferienstimmung bezeichnet werden. Da marschierte ein Vater mit seinen minderjährigen Töchtern fröhlich plappernd an der Kurzspielanlage vorbei in Richtung Abschlagplätze. Das Plappern störte in diesem Fall nicht, es war in angemessener Lautstärke, irritierend wirkten dagegen die ausgefransten Jeans-Hotpants und Spaghettiträger-Shirts der jungen Damen – und das frappant an einen Strandbesuch erinnernde Gepäck (Bücher, MP3-Player, etc.), das zusätzlich zu den Golfbags mitgeschleppt wurde. Kaum war diese Familie auf der Driving Range verschwunden, tauchte der nächste Vater mit seinen – diesmal männlichen – Sprösslingen auf. Während die Jungs zielstrebig zu den Abschlagmatten marschierten, erkannte der Vater neben dem Chipping-Green einen Bekannten. Hey, grossartig, da stand ein Kollege! Wahnsinn! So ein Zufall – das musste nun wirklich das ganze Dorf mitkriegen, dass die beiden sich hier in den Ferien zufällig über den Weg liefen! Entsprechen lautstark ging die Begrüssung vonstatten. Der Bekannte hatte sein Training längst unterbrochen und sich neben den Besucher gestellt, so dass dieser ihm das Leftie-Wedge aus der Hand nehmen und probehalber ein paar hastige und ziemlich ungelenke Bewegungen machen konnte, während er unbeirrt weiterplauderte. Wetten, dass sämtliche Gäste auf der Clubhausterrasse nun wissen, dass der Vater dieser beiden Söhne heuer noch nicht sehr viel Golf gespielt hat, weil die Familie auch andere Hobbys pflegen muss..?
Apropos Hobbys, da standen übrigens auch noch ein paar Hobbygolfer auf der Range, die an ihrem Schwung feilen wollten, aufgrund der Schallemissionen zwischenzeitlich aber Mühe bekundeten, sich auf den Schlag zu konzentrieren und deshalb überlegten, ob Autogenes Training helfen könnte… oder ein Marshall/Manager, der auch auf der Range die Einhaltung der Golfetikette durchsetzt! Man braucht kein versnobter Konservativer zu sein, um im Falle der Golfetikette zu wissen, was Lieschen nicht lernt, wird Lisa auch nicht mehr lernen, und was Hänschen von Papa falsch vorgemacht bekommt, wird später auch Hans seinen Sprösslingen so vorleben. Deshalb: Wehret den Anfängen!
Die ortet man in traditionellen Golfclubs übrigens nicht erst bei ausgefransten po-kurzen Jeans und 80 Dezibel. «Was sind für Gäste auf der Driving Range? Mir sind eben drei Vierer-Grüppchen entgegengekommen, ich habe alle gegrüsst, ein einziger hat den Gruss erwidert», beklagte sich kürzlich einer unserer Senioren. Zurecht, finde ich. Grüssen ist ein Gebot der Höflichkeit. Und eine Selbstverständlichkeit. Nicht nur auf dem Golfplatz. Aber dort erst recht. Und doppelt, wenn man auf einer fremden Anlage zu Gast ist. Vor allem aber auch dann, wenn man vor dem Golfplatz auf nichtgolfende Passanden trifft – ein Lächeln und ein freundliches «Grüazi» hilft Vorurteile abzubauen.
 
8. August 2014


Schnauz

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