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Plädoyer für Traditionen


Heute morgen erreichte mich eine E-Mail mit dem Betreff «The Match». Eine interessante Idee, am 20./21. September im Golf Club de Lausanne die besten Schweizer Golf-Professionals gegen die besten Schweizer Amateure antreten zu lassen. Aber ob eine solche Begegnung tatsächlich das Zeug zum «Match des Jahres» hat? Sind da die Spiesse nicht zu ungleich lang, frage ich mich.
Wie dem auch sei, für mich hat «der Match des Jahres» bereits gestern stattgefunden. Alljährlich am 1. August erlebt im Schweizer Golfsport nämlich der «Fähnli-Match» ein Revival. Vom Boden- bis zum Genfersee und von Basel bis ins Tessin steht in den allermeisten Golfclub am Nationalfeiertag eine Flag Competition auf dem Programm. Und wer etwas auf sich hält, tritt am 1. August in rot-weisser Kleidung an. Warum so ein bundesfeiertäglicher «Fähnli-Match» der «Match des Jahres» sein soll? Nun, man stelle sich vor, bei einem solchen Turnier eine späte Startzeit und eine gute Form zu erwischen …  Richtig, dann kann man hocherhobenen Hauptes – zwar eher im Abend- denn im Morgenrot – am «Fähnchen-Meer» vorbeimarschieren, das in der Regel auf dem 16. Fairway beginnt und anzeigt, wo die Konkurrenz ihr Pulver bereits verschossen hatte. Traditionen können so schön sein …
Apropos Traditionen – solche gibt es im Golfsport viele, wenn auch manche leider vom Aussterben bedroht sind. Gerne erinnere ich mich an meine «golferische Greenhorn-Zeit» und das freudige Kribbeln im Bauch zurück, als ich die ersten Male in fremden Clubs zu Gast gewesen bin. Damals durfte ich – bestimmt mit leicht geröteten Wangen – meinen Namen und Heimclub sowie mein Handicap ins Gästebuch eintragen. Und dabei mit einem «gwundrigen» Blick auf die vorangegangenen Einträge erfahren, welche weiteren Gäste auf dem Platz und im Clubhaus zugegen waren. Täusche ich mich, oder sind diese Gästebücher von den Theken der Club-Sekretariate verschwunden? Auch wenn ich bis heute nicht weiss, was mit diesen unhandlichen Büchern am Ende einer Saison jeweils geschehen ist, vermisse ich die Tradition des sich in einem fremden Clubs handschriftlich Einschreibens, hat es einem doch jeweils bewusst gemacht, welches Privileg man gerade geniesst. Das blosse Bezahlen des Greenfees dagegen ist eine nüchterne geschäftliche Handlung, die beim Stichwort «Privileg» bestenfalls noch zur Assoziation «Win-Win-Situation» führt.

2. August 2014


Schnauz

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