PinkTee

blog
 

pink-tee-blog
Menu
kolumne kolumne
ladies locker ladies locker
gentlemens locker gentlemens locker
19th tee 19th tee
die autorin die autorin
werbung / tarife werbung / tarife
impressum impressum
kontakt kontakt

Als der Putter noch zum Spiel statt zum Image passen musste


Wo kaufen eigentlich Sie Ihre Golfschläger? Mein erstes Set stammte aus einem Golf-Diskount. Das war Ende der Neunzigerjahre, als Anfängerin zählten für mich damals ganz einfache Kriterien: Graphite-Schaft mit Damenflex und seeeeehr preiswert. Das Set war von Spalding – Eisen, Wedges, Hölzer alles inklusive für weit unter 1000 Franken. Für den Putter legte ich zusätzlich 60 Franken hin – No-Name, klassische Blade-Form, rosa gespritzt. Grauenvoll finden Sie? Geschmacksache! Mir gefällt er nach wie vor – und deshalb hat er auch gar nicht so schlecht funktioniert. In den Keller verbannt wurde dieser süsse Putter erst, als ich einen schwarzen Ping B60 als Nearest-to-the-Pin-Preis mit nach Hause nehmen durfte. Der Gewinnschlag war reiner Zufall, aber er bescherte mir den ersten Golfpreis meiner Karriere.
Mittlerweile sind  sämtliche Clubs in meinem Set mehrfach ausgewechselt worden. Gekauft habe ich «die Neuen» nicht mehr beim Discounter, sondern im Fachhandel – die letzten Eisen gar ganz traditionell im Proshop und auf Empfehlung des Pros. Ja, man höre und staune, auch das gibt es noch, dass man seine Schläger im Pro-Shop kaufen kann.
In diesem Frühling aber beschleicht mich das Gefühl, dass die Zahl der Golfschläger-Verkaufsstellen in der Schweiz – und wohl auch weltweit – weiter zunehmen dürften. Und dies nicht etwa, weil Golflehrer plötzlich wieder diversivizieren. Das machen vielmehr andere Branchen. Wie ich zu dieser Annahme gelange? Haben Sie den neuen «My Girl»-Putter von Scotty Cameron gesehen? Ultra-stylish, der Schlägerkopf oben und unten mit gelb-türkisen Blumen verziert, glitzernde Strasssteine, die Hülle farblich abgestimmt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses modische Teil, für das frau immerhin rund 1000 Franken hinblättern muss, beim Golfdiskounter/im Golffachhandel/von einem Pro verkauft wird. Um die Kundin bezüglich eines solchen Produktes richtig zu beraten, braucht es Fashion Profis. Ich werde mal in den Boutiquen von Trudy Götz nachfragen …
…es sei denn, ich werde zuvor schon beim Juwelier fündig. Wenn auch nicht mit dem Bling-Bling-Putter, sondern mit einem ganz edlen, handgemachten Swiss-Made-Putter. Kürzlich flatterte nämlich eine Meldung aus Basel rein, genauer gesagt eine Medienmitteilung der Baselworld. Was ich bisher für die grösste Uhren- und Schmuckmesse der Welt gehalten haben, scheint sich zu einem grossen Luxus-Supermarkt zu entwickeln. Am Stand eines Innerschweizer Uhrenproduzenten präsentierte  ein Bündner Oberländer Ski- und Putter-Produzent seine neue Putter-Linie. Ohne Bling-Bling, dafür mit viel Understatement. Also doch los zu Bucherer – falls der Zai-Putter wider Erwarten doch nicht so wahnsinnig gut in meinen Händen liegen sollte, könnte ich mir zum Trost mit dem gesparten Geld etwas Hübsches fürs Handgelenk kaufen. Und wenn mir nach Abwechslung gelüstet, hole ich einfach meinen alten rosa No-Name-Putter aus dem Keller. Exklusiv ist dieser nämlich auch – ich kenne niemanden in meinem Club, der so ein Teil spielen wollte.
 
8. April 2014


Schnauz

Kunstfotos_Werbung

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
*