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Vom Winde verweht


St. Andrews war letzte Woche Austragungsort der Women’s British Open. Zwei Wochen nach den Herren in Muirfield durften nun also auch die Damen – ebenfalls in Schottland – um den Britischen Golf-Meistertitel kämpfen. Die Ausgangslage war ähnlich: Weil für die Qualifikation zur offenen britischen Meisterschaft die Weltrangliste als erstes Kriterium gilt, waren auch bei den Damen vorwiegend Spielerinnen am Start, die ihren Lebensunterhalt auf der amerikanischen Tour verdienen. Doch anders als bei den Herren kämpfen bei den Damen nicht Europäerinnen gegen US-Amerikanerinnen um die Vormachtstellung in der Weltrangliste, es sind vielmehr Asiatinnen, allen voran Koreanerinnen, die den Ton angeben. Und so reiste Inbee Park als Weltranglisten-Erste nach St. Andrews, um an diesem geschichtsträchtigen Ort Geschichte zu schreiben. Die 25-jährige Südkoreanerin hatte zuvor in diesem Jahr bereits die Nabisco Championship, die LPGA Championship und die US Open gewonnen – drei Majors in einem Jahr, und das vierte im Visier. Mit einem Sieg auf dem «holy ground» hätte die Südkoreanerin etwas schaffen können, was noch keinem Golfer – weder Frau noch Mann – gelungen ist: den Grand Slam in einem Kalenderjahr zu gewinnen.
… und dann hätte gar noch die historische Möglichkeit bestanden, auf gleich fünf Major-Titel in einem Jahr zu erhöhen, schliesslich gilt das neu im September stattfindende Evian Masters heuer erstmals als Major.
Aber eben, hätte können … wenn da nicht der strenge schottische Küstenwind ein Wörtchen mitgesprochen hätte. Dass es auf einem Links Course windet und bläst, ist die Regel. Doch dass es einen beinahe vom Platz pustet, ist auch in Schottland die Ausnahme. Am dritten Tag der Women’s British Open 2013 wars leider der Fall. «Golf Digest»-Autor Ron Sirak, ein alter Hase, den im Golfsport eigentlich nichts mehr erschrecken sollte, twitterte: «Vergesst die auf den Grüns vom Wind bewegten Bälle. Ich glaube, das Medienzentrum wurde um zwölf Fuss nach Nordosten verschoben.»
Stürmische Winde sorgten schliesslich dafür, dass die Samstagsrunde abgebrochen und am Sonntag zu Ende gespielt werden musste. Inbee Park, die hier hätte Golfgeschichte schreiben sollten, hatte sich mit den windigen Verhältnissen bereits an den ersten beiden Tagen nicht zurechtgefunden, vom Grand-Slam war schon nach zwei Runden nicht mehr die Rede.
Die Geschichte von St. Andrews 2013 sollte eine andere schreiben: Stacy Lewis. Die «iron lady», die aufgrund einer Erkrankung im Kindesalter mit fünf Schrauben im Rückgrat spielen muss, zeigte, wozu sie fähig ist. Und dass amerikanische Golferinnen nicht unwillkürlich wie hypnotisiert zusammenzucken, wenn sie einen Links Course sehen. Als Lewis 2008 im Rahmen des Curtis Cup, eines Amateur-Turniers, erstmals in St. Andrews spielte, bat sie ihren lokalen Caddie, ihr Geschichten über das «home of golf» zu erzählen. Am Sonntag nun hat sie selbst dazu beigetragen, dass die Menschen in dieser Ecke Schottlands künftig noch eine weitere Geschichte zu erzählen haben: die von Stacy Lewis’ grossartigem Finish zum Gewinn der Women’s British Open 2013. Ein perfekter Approach auf der 17 eröffnete der Amerikanerin mit einem 1-Meter-Putt zum Birdie die Möglichkeit, sich an die Spitze des Feldes zu setzen. Mit einem weiteren Birdie – einem gelochten 8-Meter-Putt (!) – auf dem Schlussloch sicherte sich die ehemalige Welt-Nummer-1 schliesslich den Sieg. Herzliche Gratulation zum zweiten Major-Titel, Stacy Lewis!

5. August 2013

 


Schnauz

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