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Ehrlichere Sportler vs. ehrlichen Sport


Das grosse Geschäft mit den Golfern sei vorbei, in den USA, Europa und Japan mehrten sich Krisenanzeichen, hiess es zum Jahreswechsel. Schwindende Mitgliederzahlen, einbrechende Umsätze beim Equipment – der Kollege von der Wirtschaftszeitung hatte Zahlen und Fakten zusammengetragen und glaubte die Gründe für diese Entwicklungen auszumachen: Führungskräften fehle die Zeit, um sich stundenlang im Golf zu üben, andere Aktivitäten hätten dem Golfsport den Rang abgelaufen. Die Gründe dafür lieferte eine Userin in ihrem Online-Kommentar: «Vielleicht sind die Leute einfach ehrlicher zu sich selbst geworden und geben zu, dass Golf an und für sich als Sport doch eher langweilig und unsportlich ist.» Mir blieb die Spucke weg!
Golf langweilig und unsportlich? Bitte! Auf den Buggy verzichten, stattdessen das Bag schultern und im Tour-Tempo über die Fairways marschieren... Das bringt den Kreislauf auf Touren. Ausserdem: Ein vier Stunden dauernder Wettkampf, bei dem selbst der Rookie gegen den Routinier eine echte Siegchance hat, kann so langweilig doch gar nicht sein...
In einem Punkt könnte der Online-Kommentar dennoch ins Schwarze getroffen haben: «Vielleicht sind die Leute einfach ehrlicher zu sich selbst geworden» – und haben gemerkt, dass dieser Sport so einfach nicht zu erlernen und noch schwieriger zu beherrschen ist. Golf deckt Defizite – technische wie charakterliche – schonungslos auf. Golf ist ehrlich! Jeder noch so kleine Fortschritt muss hart erarbeitet werden.
Diese Art von Ehrlichkeit mögen nicht alle. Wer sich ihr stellt, die Herausforderung und harte Arbeit nicht scheut, kann reich belohnt werden – nichts fühlt sich so perfekt an, wie ein im Sweetspot getroffenes Eisen. Ausser vielleicht wenn man wie Albane Valenzuela – just eine Woche nach den Hiobsbotschaften von der Golf-Boom-Front – den Sprung auf Rang 20 der Amateurweltrangliste schafft. Ein Erfolg, der zu Hoffnung Anlass gibt – für den Schweizer Golfverband und für «unsere Jugend». Die 18-jährige Genferin ist nämlich der Beweis: es gibt sie noch, die Teenager, die Driving Range und Putting Green den sozialen Netzwerken vorziehen. Leben 1.0 – echte Freunde, intakte Natur, fairer Wettkampf. So schlecht steht’s um Golf im Jahr 2016 doch gar nicht. In diesem Sinne: Arbeiten Sie an Ihrem Schwung, geniessen Sie die Zeit auf dem Golfgelände und freuen sich an grossen und kleinen Erfolgen – und seien es nur ein paar Walderdbeeren am Fairwayrand oder dieser eine gelochte 5-Meter-Putt auf der Runde.

29. Januar 2016


Schnauz

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