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Woods vs Garcia


Letztes Wochenende hiess es auf dem TPC Sawgrass-Kurs beim «fünften Major», der Players Championship, einmal mehr Tiger Woods vs Sergio Garcia. Ein Duell, das Emotionen weckt. Nicht nur bei den beiden Spielern, die sich alles andere als grün sind, sondern auch bei den Fans. Ich bin da keine Ausnahme, ich ergreife klar Partei. Und dies nicht ohne Emotionen.

Tiger Woods und Sergio Garcia – als Journalistin habe ich beide getroffen. Begegnungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Geeignet aber, um auf der einen Seite eine ewige Sympathie, auf der anderen eine kühl-distanzierte Abneigung zu erzeugen. Beginnen wir mit Woods, der im jüngsten Duell auf dem Platz die Überhand behalten hat. Die Begegnung mit ihm ist rascher geschildert. Interviewt habe ich den grossen Tiger Woods nie – da sag ich noch nicht mal «leider» –, ich habe ihn lediglich live erlebt. Beim British Open 2001 in Royal Lytham & St. Annes – ich «outside the ropes», er als Star im Gebüsch, und damit für kurze Zeit ebenfalls «outside the ropes». Er wirkte extrem kühl, fokussiert, abwesend, von einem anderen Stern. Die Zuschauer hatte er noch noch nicht mal wahrgenommen, so schien es. Dafür schlug er den Ball aus dieser misslichen Lage raus, direkt aufs Grün. Beeindruckend, das musste man vor Ort und auch in der Erinnerung neidlos anerkennen. Aber sympathisch wirkte er nicht mit seinem abwesenden Gesichtsausdruck.

Die Begegnung mit Garcia zwei Jahre später war ganz anders. Auch ihn habe nicht mitten auf dem Fairway getroffen, sondern am Rande des Golfplatzes. In fröhlicher Feststimmung bei der Party im Grand-Hotel du Golf, die der Titelsponsor des Turniers anlässlich der Aufnahme von Sergio Garcia in die Omega-Botschafter-Familie veranstaltet hatte. Klar, bei einem solchen Festanlass ist man gelöster als bei der Arbeit. «El Niño» plauderte beim Apéro denn auch fröhlich mit jedermann und verteilte an weibliche Fans Wangenküsschen; ich habe auch eines bekommen – und mir an jenem Abend ersthaft überlegt, meine linke Gesichtshälfte nicht mehr zu waschen... zumindest bis zum nächsten Morgen.

Trotz kompletter Abendtoilette nach der Partynacht war das Busserl nachhaltig gewesen: Der fröhliche, sympathische und offene Spanier wird auf immer einer meiner ganz persönlichen Golfhelden bleiben. Egal, ob er jemals ein Major gewinnt.

Und Woods? Schön, dass er sich um Lindsey Vonn gekümmert und seinen Privatjet geschickt hat, als sich die Skirennfahrerin bei der WM in Schladming verletzte. Scheint ja doch noch menschliche Züge zu haben. Aber dass er mir nun sympathisch wäre..? Sicher nicht, nach der Aktion von letzter Woche. Dass er auf Bahn zwei just in dem Moment sein Fairwayholz zückte, als «El Niño» den Schläger schwang, und damit die Fans zu Anfeuerungsrufen animierte. Tags darauf hat die Golf-Maschine Woods dann reibungslos funktioniert, Garcia dagegen an der 17 in «Tin-Cup-Manier» den Sieg verspielt, als er auf dem Par 3 den Ball gleich zweimal im See versenkte und erst im dritten Anlauf auf dem Grün landete. Typisch «El Niño» – impulsiv und auch mit 33 Jahren manchmal jungenhaft eigensinnig. Aber genau das macht seinen Charme aus. Manchmal sind tragische Helden einfach liebenswerter als siegreiche Maschinen.


16. Mai 2013


Schnauz

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