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Schottland hat den Ryder Cup, die Schweiz Andermatt


Es ist Ryder-Cup-Woche und ich kenne zahlreiche Golffreunde, die sich in diesen Tagen in Schottland den A*** abfrieren und dabei glücklich sind wie wohl nur selten im Leben. Beim Ryder Cup in der Heimat des Golfsports dabei sein zu dürfen, und sei es nur als Zuschauer am Fairwayrand – oder in 17. Reihe dahinter –, ist etwas ganz Besonderes. Selbst barfuss im warmen Büro sitzend beneide ich diese Menschen, die sich zwischen Abertausenden weiterer Fans durchzwängen, Wind und Kälte wiederstehen und darauf hoffen dürfen, zumindest ein- oder zweimal diese Woche einen guten Blick auf «Poults» oder einen der anderen 23 Spieler erhaschen zu können.
Was mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist: Der Ryder Cup erlebt heuer auch in der Schweiz einen Hype, wie man ihn zuvor noch nie gekannt hat. Früher waren es doch bloss ein paar Verbandsfunktionäre und zwei oder drei handverlesene Journalistenkollegen, die zu diesem Teamwettkampf reisten; die grosse Masse an Golfern aber jagte in diesen Herbsttagen lieber selbst dem Ball nach, als zwischen Menschenmassen eingeklemmt einem europäischen Team die Daumen zu drücken. Oder noch schlimmer: Mit den Amis mitzufiebern und das zu Hause keinen wissen lassen – denn im Ryder Cup mutiert auch der freiheitsliebende Eidgenosse zum überzeugten Europäer.
Dieses Jahr ist alles anders. Beim Ryder Cup in Gleneagles dabei zu sein, ist zu einem echten «Must» geworden. Es scheint fast schon die Krönung eines jeden Amateurgolfers, ein Ticket für den Ryder Cup ergattert zu haben und ein halbes Vermögen in Schottland zu verpulvern, um Paul McGinleys Team live anfeuern zu dürfen. Mir fehlt diese Krönung. Leider. Ein kleiner Trost, dass ich zu Hause am Bildschirm – aktuell noch Internet, am Wochenende dann vor dem TV – sehr viel mehr vom Spiel zu Gesicht bekomme als die 250'000 Fans vor Ort; das einzigartige Gefühl hautnah dabei und Teil eines ganz grossen Ereignisses zu sein, fehlt. Gerade eben habe ich im Internet ein Video gesehen, wie Victor Dubuisson in der Proberunde abgeschlagen hat – die Massen tobten! Gänsehaut-Feeling pur – und das vor dem Bildschirm. Wie muss sich das erst anfühlen, wenn man in Gleneagles auf dem Platz ist..? In neunter Reihe stehend, nur die Rückenansicht tausender Fans vor Augen, aber permanent Gänsehaut, weil die Atmosphäre derart aufgeladen ist? Grossartig! Gut haben sich meine «Gschpänli» royal-blaue Daunenjacken mit #goeurope-Stickerei für den Schottland-Trip angeschafft. Sie werden sie brauchen. Und sie werden in den nächsten Wochen nur ein Thema kennen: Ihre Ryder-Cup-Erfahrungen in Gleneagles! Es sei Ihnen gegönnt.
Aber was habe ich als Gesprächsbeitrag zu bieten? Ohne Ryder-Cup-Ticket, lediglich mit einem Platz vor dem Pay-TV-Bildschirm ausgestattet, werde ich zwar jeden einzelnen Schlag haargenau sehen können – aber damit gehöre ich nicht zu den Auserwählten 250'000, die vor Ort dabei sein durften. Sondern zu den Millionen TV-Zuschauer, die es eben nicht geschafft und damit auch keine Gänsehaut-Exklusiv-RC-Storys zu erzählen haben.
Womit also werde ich in den nächsten Wochen bei Golf-Gesprächen auftrumpfen können? Gott sei Dank gibt es Andermatt, und die Andermatt Swiss Alps, die ins Urserntal einen wunderschönen 18-Loch-Golfplatz gebaut hat, der allerdings erst 2016 offiziell in Betrieb gehen wird. Und genau diese lange Wartezeit zwischen Fertigstellung – der Platz ist seit rund einem Jahr bespielbar – und offizieller Eröffnung macht ihn als Gesprächstehma attraktiv. Denn was reizt mehr als das Exklusive, das Verbotene? Dieses und nächstes Jahr dürfen nur Hotel-Gäste der Region auf dem von Kurt Rossknecht designten Parcours spielen. Wenig verwunderlich also, dass ausserhalb der Ryder-Cup-Woche in der Schweiz vor allem ein Thema die Golf-Schweiz bewegt: «Wie ist der Platz von Andermatt? Hast Du ihn schon gespielt?» Seit letzter Woche kann ich die zweite Frage mit Ja beantworten – einer Journalisten-Einladung von Andermatt Swiss Alps sei Dank –, und damit auch eine persönliche Einschätzung zum Platz abgeben: Er ist lang, anspruchsvoll, fair, sehr windig und hervorragend in die Landschaft eingebettet. Ausserdem befindet er sich bereits heute in beneidenswert gutem Zustand. Vor allem aber liegt dieser Parcours in einer einzigartigen Umgebung – Furkapass, Oberalppass, Schöllenen, eines dieser drei beeindruckenden Naturkunstwerke ist stets im Blick. Atemberaubend. Selbst für Alpin-Golf-gewöhnte Schweizer und Liechtensteinerinnen.
Also, meine lieben Ryder-Cup-Reisenden, ich freue mich auf Eure Berichte von tiefen Blicken in Martin Kaymers Augen und emotionalen Highlights dank Sergio Garcia, ich werde mit Wohlwollen Eure Ryder-Cup-Souvenirs bestaunen, um Euch dann von einem wirklich grossartigen Platz in Tagesausflugsdistanz zu erzählen, den Ihr alle ab 2016 spielen dürft... oder bucht doch einfach ein Wochenende in Andermatt, dann gibt’s ein exklusives Golfvergnügen zum Schnäppchenpreis (im Vergleich mit dem Ryder-Cup-Besuch) und mit extrem viel Privatsphäre auf dem Platz.

25. September 2014


Schnauz

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