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Walliser Spezialitäten


«Typisch Wallis»-Kommentare sind in der «Üsserschwiz» schnell bei der Hand, wenn im Kanton der «wilden Mannen» etwas Aufsehenerregendes vor sich geht. «Typisch Wallis», oder vielmehr «nur im Wallis möglich», weil seltener als ein Lotto-Sechser, ist das Jubiläum, welches es nächste Woche beim Omega European Masters zu feiern gibt: Gaston F. Barras präsidiert zum 50. (!) Mal das Organisationskomitee des Suisse Open, das seit 1983 zusätzlich als European Masters firmiert. 50 Jahre im OK einer Sportveranstaltung mitzuarbeiten, bedeutet sein Leben diesem Event widmen, es ihm unterordnen.
Gaston F. Barras lebt für den Golfsport und dieses Turnier. Es sind bewegende Momente, wenn sich der ergraute Herr zurückerinnert an besondere Momente beim Suisse Open – und es waren deren viele. Fast schon rührend aber, wenn Monsieur Barras ins Jahr 1939 zurückblendet, damals fand das Suisse Open erstmals auf dem Golfplatz von Crans-sur-Sierre statt. «Ich war als Caddy im Einsatz», erzählt Barras mit leuchtenden Augen. In den Kriegsjahren von 1940 bis 1947 wurde kein Suisse Open durchgeführt, 1948 aber war Gaston F. Barras wieder an vorderster Front mit dabei, das Turnier in den europäischen Golfkalender zurückzubringen. An seinem Einsatz, seinem Engagement und Enthusiasmus für den Event hat sich in all den Jahren nichts geändert; 1965 übernahm Barras das OK-Präsididum, seit vielen Jahren ist er «Miteigentümer» des Events und nicht zuletzt deshalb jüngeren Golferinnen und Golfern in der Schweiz schlicht als «Mister European Masters» ein Begriff.
Gaston F. Barras hat dieses Turnier geprägt. Und das Turnier hat den Ort und das Denken der Menschen geprägt. Zum insgesamt 68. Mal findet das Swiss Open nun auf dem Walliser Hochplateau statt – andere Austragungsstätten berücksichtigt, feiert es heuer sein 80-Jahr-Jubiläum. So viel Golf-Tradition hätte man den Schweizern gar nicht zugetraut, oder?
Seit 66 Jahren wird das Suisse Open jedes Jahr in Crans ausgetragen – damit ist es das älteste Turnier der European Tour, das immer auf dem gleichen Platz gespielt wird. «Auf der US PGA Tour hat das US Masters in Augusta diesen Status inne», sagte Turnierdirektor Yves Mittaz am Dienstag bei der Medienkonferenz. Ein schöner Vergleich, der aufzeigt, in welcher Liga das Schweizer Turnier spielt. Und der beweist: Im Wallis erwartet einen kommende Woche viel Tradition. Selbst wenn man Golf in der Schweiz auch im dritten Jahrtausend noch immer nicht als echten Volkssport bezeichnen kann. Wirklich spüren werden die Zuschauer beim 80. Suisse Open das Traditionelle vor allem in kulinarischer Hinsicht: Schweizer und internationale Zuschauer werden sich auch heuer wieder an Raclette laben und so Swissness auf dem Pappteller geniessen. Ansonsten aber präsentiert sich das Event moderner den je – mit Wifi-Hotspots auf dem Parcours, einer eigenen App und einem den heutigen Schlagweiten der Professionals angepassten Platzlayout (auf den Front Nine wurden die Bunker verschoben).
Wiederaufleben wird die gute alte Zeit bei der Siegerehrung am Sonntag, wenn Gaston F. Barras zum 50. Mal einen Suisse-Open-Champion ehren und ihm die Trophäe überreichen wird. 50-Masters-Siegerehrungen wird im noblen Augusta National GC wohl kein Präsident jemals schaffen. Lange und erfolgreiche Amtszeiten sind nicht nur im Fussball sondern auch im internationalen Golfsport eine Walliser Spezialität.

30. August 2014


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